Historie
Willy und Wilma Antpöhler, geb. Kleibrink
Historie
Ihr Startkapital in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren ein Fahrrad und ein "Bauchladen", mit denen Willy Antpöhler als "Reisender" in Kurzwaren die Leute auf dem Land rund um seinen Heimatort Stukenbrock versorgte. Zuvor hatte der gelernte Einzelhandelskaufmann, Jahrgang 1909, dem Windelsbleichener Eisenwerk Schilling die Bücher geführt, aber in Folge der Weltwirtschaftskrise den Job verloren.
Auf seinen Reisen lernte er einen Markt- und Viehversandhändler in Westerwiehe kennen, der ihm den Bauchladen abkaufte und die Buchhaltung übertrug. Als passionierter Kaufmann erkannte Willy seine Chance, arbeitete sich in das Metier ein und machte sich nach dem Krieg mit Franz Höber aus Lippling als Markt- und Viehversandhändler und einem Firmenwagen Typ DKW Reichsklasse selbständig. Diese neue geschäftliche Aktivität bescherte ihm den Spitznamen"Ringelschwänzchen".
Ihr Domizil hatten Willy und Wilma Antpöhler, geb. Kleibrink aus Brakel, mittlerweile in der Delbrücker Klapperstraße (heute Südstraße) bei dem Möbelfabrikanten Aloys Willebrand aufgeschlagen.
Zurück zu den beruflichen Wurzeln fand das Ehepaar Antpöhler 1950 mit der Eröffnung des ersten Lebensmittelgeschäftes in der Breslauer Straße, das von der gelernten Bürokauffrau Wilma bis 1971 geführt wurde.
Parallel zum "Kolonialwarenladen" beschickte Ehemann Willy unter Verzicht auf den Viehhandel für den Margarineproduzenten "Voss" den Bezirk Lippstadt-Paderborn-Büren, um sich später auch als "Kaltbäcker" auf Brot und Backwaren, sowie den Handel mit "Eichhorn Kaffee" zu verlegen. Als "Kaltbäcker" wurden Geschäfte bezeichnet, die selbst nicht backten. Lieferanten waren unter anderem die Delbrücker Bäckereien Werner und Heinz Austerschmidt. Trockenkuchen kam aus verschiedenen Bundesländern und Buttercookies aus Dänemark.
Als sich der Kolonialwarenhandel auf Selbstbedienungsmärkte konzentrierte, wurde das Lebensmittelgeschäft in der Breslauer Straße geschlossen und am 15. Juli 1971 die Gastwirtschaft "Graf-Sporck-Stuben" eröffnet. Aus dem Geschäft von Willy Antpöhler zog H.-J. Antpöhler einen Großhandel mit Backwaren auf.