Historie
Hof Westermeier und Hof Nelling
Historie
Inzwischen war der Wunsch entstanden, das Backhaus mit einem alten Bauernhaus als Wohnhaus zu ergänzen. Ein guter Berater war der Zeitungsverleger Alois Hüser aus Sennestadt (Buschkamp). Errichtet werden sollte das Gebäude als Wohnhaus des Bauherrn. Der entscheidende Tipp kam vom Kreisbauamt Paderborn. Und so erwarb Antpöhler den fast verfallenen Hof Westermeier in Steinhorst. Das zweite Angebot eines abgebrochenen Bauernhauses aus Hövelhof kam vom Besitzer der Mühle Tegethoff in Paderborn-Marienloh, der keine Baugenehmigung bekommen hatte. Inzwischen waren jedoch die meisten der bereits restaurierten Hölzer des in Lage (Lippe) deponierten Hauses verschwunden, sozusagen geklaut. Um die erteilte Baugenehmigung nicht verfallen zu lassen, erwarb Antpöhler nach einem Hinweis des Hausarchitekten Stefan Kellner das zum Abbruch bestimmte Haupthaus des Nordhagener Hofes Nelling, Baujahr 1765. Dieses war jedoch größer als das ursprünglich genehmigte Haus, Grund für die Verstimmung des Kreisbauamtes Paderborn bei der Endabnahme.
Nahezu zeitgleich mit Nellings Hof wurde das Haupthaus des Hofes Westermeier aus Steinhorst als Wohnhaus für den Geschäftsführer im Gastlichen Dorf wieder errichtet. Bei der Suche nach einem Ersatz für das gestohlene Fachwerk des ursprünglichen Hövelhofer Bauernhauses war Antpöhler auf den zum Abbruch bestimmten Steinhorster Vierständerbau aus dem Jahre 1677 gestoßen und hatte ihn erworben. Die gleichzeitige Errichtung zweier Vierständerhöfe, verbunden mit einem immensen finanziellen Engagement von Johanna Antpöhler, machte ein wirtschaftliches Nutzungskonzept notwendig, das nach zähen Verhandlungen zustande kam. Genehmigt wurde der Betrieb für Schulungen des Antpöhlerschen Personals, als Gastronomie und für Hausmessen. Und so konnte die Idee einer sinnlich nacherlebbaren Geschichte des Backgewerbes mit Hausbäckerei im Speicher, haushandwerklicher Bäckerei im Hof Nelling und industrieller Bäckerei in der benachbarten Fabrik realisiert werden. Seit der Einweihung der beiden Gebäude 1989 und 1992 ist das Gastliche Dorf ein beliebtes Ausflugsziel mit der Gelegenheit, die Gastlichkeit in historisch eindrucksvoller Umgebung zu genießen, Feste zu feiern oder Tagungen durchzuführen.